Der 29. Januar 2017 wird für die Êzîden in der Bundesrepublik Deutschland zu einem historischen Datum werden: In Bielefeld wurde der „Zentralrat der Êzîden in Deutschland (ZÊD)" gegründet.
Zuvor gab es seit dem Genozid an Êzîden in Shingal am 03.08.2014 mehrere Versammlungen zwischen den êzîdischen Vereinen in Deutschland, und der Wunsch nach mehr Zusammenarbeit wurde immer größer. Die Êzîden sind seit nunmehr einem halben Jahrhundert in Deutschland ansässig und in der Gesellschaft integriert. Erstmals ist es gelungen, sie in einem breiten Bündnis von fast 80 % der organisierten Vereine und Gruppierungen unter einem Dach zu vereinen.
Damit wurde ein deutliches Zeichen gesetzt: dass die Êzîden ihr eigenes Schicksal, noch mehr als bisher, in ihre eigenen Hände nehmen, mit einer Stimme sprechen und als Einheit in Deutschland — gegenüber Regierung, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft — für die eigenen Belange hier und in den Krisenregionen der Welt handeln wollen.
Der Zentralrat der Êzîden in Deutschland (ZÊD) vertritt die Interessen der êzîdischen Gemeinde in Deutschland gegenüber Öffentlichkeit, Politik und Verwaltung. Er unterstützt die êzîdischen Vereine und Gemeinden bei der wirksamen Wahrnehmung ihrer Aufgaben und Ziele in Gegenwart und Zukunft.
Die Organe und Mitglieder des Zentralrats sind sich einig, der êzîdischen Gemeinschaft zu dienen, den interreligiösen Dialog zu pflegen und zu fördern und sich zum Wohle ihrer Gesellschaft einzusetzen. Ebenso verpflichtet sich der Zentralrat zur politischen Neutralität. Seine Grundpfeiler sind die êzîdischen Prinzipien Toleranz, Menschlichkeit und Solidarität sowie die Ablehnung jeglicher Art von Gewalt. Leitfaden des Zentralrates ist das deutsche Grundgesetz.